Hoffnung, Hilfe und Begegnung in der Holzwerkstatt: Carl-Isler-Stiftung fördert neues Konzept mit 7.500 Euro

„Wir wollen die Holzwerkstatt attraktiver gestalten und mehr Möglichkeiten schaffen, die Bevölkerung hierher einzuladen. Das Areal in der Oltmannsstraße 30 soll ein anziehender Ort werden, von dem eine Strahlkraft hinaus ins Quartier geht und an dem Menschen mit verschiedensten Bedarfen Hoffnung und Hilfe erfahren.“  Volker Höhlein hat als Projektleiter des Sozialdienstes klare Vorstellungen, wie sich die Holzwerkstatt der Evangelischen Stadtmission in den kommenden Jahren entwickeln soll. Die Umsetzung wird durch die Carl-Isler-Stiftung, die Förderstiftung der Evangelischen Stadtmission Freiburg, nun mit 7.500 Euro gefördert. Am 18. Juli 2018 übergab die Stiftung symbolisch einen Scheck an die Holzwerkstatt.

Die Holzwerkstatt bietet langzeitarbeitslosen Menschen bereits seit vielen Jahren Beschäftigungsmöglichkeiten. Eine 2017 begonnene Kooperation mit den „Stadtpiraten“  eröffnet auch Geflüchteten neue Perspektiven. Seit Anfang 2018 arbeitet die Holzwerkstatt außerdem enger mit dem „S’Einlädele“ und dessen Ukrainehilfe zusammen.

Verstärkt ansprechen will die Holzwerkstatt nun auch die Nachbarschaft, indem sie viele Anlässe der Begegnung zwischen Betreuten, Mitarbeitenden und Quartiersbewohnern schafft. Die monatlichen Hofflohmärkte und die Hoffeste sollen so gestaltet werden, dass nicht nur Trödelmarkt-Fans angelockt werden, sondern auch die Menschen aus dem Umfeld der Holzwerkstatt, insbesondere Familien, gerne vorbeikommen. Dazu werden u.a. eine Hüpfburg, ein Smoker-Grill, Liegestühle und Sonnenschirme aufgestellt. Die Anschaffung dieser Ausrüstung wird von der Carl-Isler-Stiftung mit 7.500 Euro unterstützt.

Bild: Volker Höhlein (Projektleiter des Sozialdienstes), Willi Vötter (Bereichsleiter Soziale Dienste) und Ewald Dengler (Vorstand der Ev. Stadtmission Freiburg) freuen sich über den Scheck der Carl-Isler-Stiftung, den Dr. Klaus Schüle (Mitglied des Kuratoriums der CIS), Christine Engstfeld (Stiftungsbotschafterin) und Professor Dr. Rainer Marquard (Vorsitzender des Kuratoriums) überbrachten.
 

Kreativer Neustart

Die Carl-Isler-Stiftung unterstützte im Jahr 2015 das Projekt "Kreativer Neustart Holz und Farbe" der Holzwerkstatt mit 4.000 Euro. Das Projekt richtete sich an erwerbslose Frauen und Männer mit Suchterkrankungen. "Mit gezielten kreativen Angeboten und der fachlichen Aufarbeitung der Erkrankung soll eine Stabilisierung ihrer Lebensverhältnisse erreicht werden. Durch die Entwicklung einer Tagesstruktur werden das Selbstwertgefühl und die Vermittlungsfähigkeit in den allgemeinen Arbeitsmarkt gestärkt", erläutert Willi Vötter, Leiter der Sozialen Dienste der Evangelischen Stadtmission. Dazu wurde einmal pro Woche ein kreatives Gruppenangebot durch eine ausgebildete Fachkraft der Suchtberatungsstelle "Regio-PSB" durchgeführt. Die Suchtthematik wurde im Umgang mit Farben oder Holz aufgegriffen und bearbeitet. Die Werkstücke und die damit verbundenen Erfahrungen wurden dann zum Inhalt einzeltherapeutischer Gespräche. Die fachliche Qualifizierung erfolgte durch den Schreinermeister und Arbeitsanleiter der Schreinerei. Dabei ging es auch um die Vermittlung von praktischen Kenntnissen und Arbeitsorganisation sowie die Unterstützung beim Erwerb von Schlüsselqualifikationen.
Foto: Ewald Dengler (Vorstand der Ev. Stadtmission), Willi Wötter (Bereichsleiter Soziale Dienste) und Prof. Dr. Rainer Marquard (Vorsitzender des Kuratoriums der CIS)

Zusätzlich zu den Märkten und Festen wird es in der Holzwerkstatt künftig montags, mittwochs und freitags von 8:00 bis 12:30 Uhr einen Lagerverkauf geben. Im Herbst startet dann eine Zusammenarbeit mit der benachbarten Montessori-Schule, die zum Beispiel bei der Verladung humanitärer Hilfslieferungen für die Ukraine Unterstützung leisten will.

Im Jahr 2016 unterstützte die Carl-Isler-Stiftung die Beschäftigung eines Freiwilligen im Rahmen eines FSJ bei der Evangelischen Bahnhofsmission mit 2.500 Euro.
Der FSJler erhielt durch seinen Dienst die Möglichkeit, die Arbeit der Bahnhofsmission nicht nur aus der Nähe kennen zu lernen, sondern auch durch die eigene Mitarbeit tatkräftig zu unterstützen. Dadurch konnte er einen sinnvollen Dienst für Menschen in Not leisten, den eigenen Horizont erweitern und soziale Kompetenzen erwerben, die ihm im späteren (Berufs-) Leben zugutekommen.

Ein FSJ in der Bahnhofsmission sorgt für dreifachen Gewinn:

  • Der Freiwillige macht prägende Erfahrungen und erhält Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung.
  • Das Team der Bahnhofsmission gewinnt einen Vollzeit-Mitarbeiter, der im Team der vielen Ehrenamtlichen Stabilität und Kontinuität ermöglicht.
  • Der Freiwillige wird die Lebenslagen von Menschen in Armut verstehen lernen und ihre Anliegen in gesellschaftlichen Bezügen einbringen können.

Seit 1995 haben zahlreiche junge Menschen einen Zivil- oder Freiwilligendienst bei der Evangelischen Bahnhofsmission absolviert.

Das Projekt „Rückenwind“ der Suchtberatungsstelle Regio-PSB richtet sich an die Angehörigen spielsüchtiger Menschen. „Die Angehörigen leiden sehr unter den Auswirkungen der Sucht. So sind Schulden und äußerst knappe finanzielle Mittel für den täglichen Grundbedarf an der Tagesordnung. Sind Kinder betroffen, leiden diese unter den Sorgen der Eltern, dem Streit ums Geld und der finanziellen Situation. Schulausflüge, Kleidung, Geschenke sind oft nicht möglich. Mit dem Projekt ‚Rückenwind‘ möchten wir die Angehörigen stärken, informieren, ihnen Hilfsmöglichkeiten aufzeigen und sie Verständnis durch Gespräche in der Gruppe erfahren lassen“, erläutert Willi Vötter, Leiter der Regio-PSB. Das Projekt umfasst u. a. das Angebot einer geleiteten Selbsthilfegruppe, die durch zwei Fachkräfte begleitet wird.
Die Carl-Isler-Stiftung fördert das Projekt mit 3.000 Euro.

Patenschaftsprojekt


Seit rund 25 Jahren leistet das S´Einlädele umfangreiche Hilfe in der Ukraine. Sein Patenschaftsprojekt bezog sich bisher nur auf Kinder aus dem Waisen- und Kinderheim „Vaterhaus“ in Kiew und auf Senioren aus dem Seniorenzentrum in Vatutino. Hier konnten 59 Kinderpaten und 24 Seniorenpflegepaten gewonnen werden. Zukünftig kommen 53 behinderte Kinder der Tageseinrichtung „Friedensbote“ in Kiew, 19 Pflegekinder aus dem Kinderhaus „Perlina“ in Zhytomyr und 31 Pflegekinder hinzu, die in vier christlichen Familien im Charkow-Gebiet aufgenommen wurden. Bisher wurde das Patenschaftsprojekt nur im bestehenden Spenderkreis beworben. Nun soll es, um mehr Paten und Patinnen zu gewinnen, über Freiburg hinaus bekannt gemacht werden. Die erforderlichen Werbemaßnahmen werden von der Carl-Isler-Stiftung mit 3.000 Euro unterstützt.


Aufzug im Seniorenpflegeheim Vatutino

Der Aufzug soll die beiden Stockwerke des Hauses besser verbinden: Senioren aus dem 1. Stock können dann die Terrasse und den Garten nutzen, gehbehinderte Menschen aus dem Erdgeschoss gelangen in den 1. Stock, um dort am Gottesdienst teilzunehmen. Die 2017 bewilligte Förderung der Carl-Isler-Stiftung in Höhe von 2.000 Euro ist ein Beitrag zu den Gesamtkosten in Höhe von rund 10.000 Euro.


Zuschuss für Lebensmittelpakete

Die Carl-Isler-Stiftung bezuschusste im Jahr 2015 die Lebensmittelpakete der Ukrainehilfe für Flüchtlingsfamilien mit 4.000 Euro. Seit mehr als 20 Jahren leistet das S´Einlädele umfangreiche Hilfe in der Ukraine. Die Situation hat sich für die Menschen dort durch den politischen Umbruch verschärft. "Durch Veruntreuung von Staatsgeldern ist die Haushaltskasse nahezu leer. Außerdem fließt viel Geld in den Verteidigungsetat. Auch sind die Lebenshaltungskosten drastisch gestiegen", erklärt Geschäftsführer Volker Höhlein. Daher sei die Ukraine-Nothilfe ins Leben gerufen worden, um schnell und gezielt das Leben einzelner Menschen erleichtern und den drängendsten Problemen in den Einrichtungen begegnen zu können. Von den CIS-Geldern können nun 400 Lebensmittelpäckchen für (Flüchtlings-)Familien gekauft werden. Volker Höhlein: "Die Pakete werden mit unseren monatlichen Transporten in die Ukraine geschickt und von Mitarbeitern vor Ort gezielt weitergegeben."


Projekt "Bildungseinmaleins – Schulranzenaktion

Im Jahr 2011 bezuschusste die Stiftung das Projekt "Bildungseinmaleins – Schulranzenaktion für Grundschulkinder in der Ukraine" des "S'Einlädele" mit 3.500 Euro.
Viele Eltern in der Ukraine können sich die Erstausstattung für ihr Schulkind nicht leisten. Deshalb wurde das Projekt "Bildungseinmaleins“ ins Leben gerufen. Das S’Einlädele führte diese Schulranzen-Sammelaktion in Zusammenarbeit mit hiesigen Grundschulen und über Zeitungs- und Plakatwerbung durch. Da aber viele Ranzen nicht mit der nötigen Erstausstattung versehen sind und auch die Transportkosten durch Spenden nicht gedeckt waren, übernahm die Carl-Isler-Stiftung einen großen Teil dieser Kosten.

 

Garten für demenziell erkrankte im Dietrich-Bonhoeffer-Haus

Um demenzerkrankten Bewohner/innen den Garten als Lebensraum zur Verfügung zu stellen, den sie ungestört und gefahrlos nützen können, soll der bestehende Garten des Pflegeheims umgestaltet werden. Elemente wie ein (Hoch-)Beet mit Kräutern, ein barrierefreies Leitsystem, ein Klangspiel, eine „Fühlwand“, Schaukelstühle und Sitzplätze sollen angeschafft bzw. gestaltet werden.
Die Carl-Isler-Stiftung fördert dieses Vorhaben mit 3.000 Euro.


Therapeutischer Mittagstisch im Haus Siloah

Die Carl-Isler-Stiftung der Evangelischen Stadtmission Freiburg förderte ein neues Angebot im Haus Siloah in Bad Krozingen: Für den therapeutischen Mittagstisch in der Cafeteria gab es im Jahr 2016 einen Zuschuss von 1.800 Euro. Die Gesamtkosten des Projekts, das im September 2015 begonnen hat, liegen bei rund 9.500 Euro pro Jahr.
„Wir wollen schwerstdemente Bewohnerinnen und Bewohner in ein ‚Großfamiliengefüge‘ einbinden. Das weckt bei ihnen Erinnerungen an früher und schafft eine Atmosphäre, in der das Essen Freude macht“, erklärt Heimleiter Hartmut Cech. Spontane Besuche von Angehörigen sind willkommen, sie werden mit an den Tisch eingeladen.
Mit dem Angebot, das montags bis freitags stattfindet, werden therapeutische und rehabilitierende Effekte erreicht, positive Gefühle geweckt und eine sinnstiftende Tagesstruktur etabliert. Cech: „Der Einzelne wird mit seinen besonderen Fähigkeiten und Bedürfnissen gesehen und kann so auch außerhalb des Wohnbereiches individuell betreut werden.“ Gleichzeitig werden die Speisesäle der Wohnbereiche entlastet – das Personal hat dort mehr Zeit und Ruhe, um auf die übrigen Bewohner einzugehen.
Ziel ist außerdem, durch die Mitwirkung von zusätzlichen Betreuungskräften beim Mittagstisch ein Netzwerk mit bürgerschaftlich Engagierten aus dem Quartier und den Kirchen vor Ort zu bilden. „So soll ein intergenerativer Sozialraum entstehen, in dem Kompetenzen, Gesundheit, Wohlbefinden und Pflege im Kontext von Demenz und Schwerstpflegebedürftigke...


Streichelzoo und Innenhof

Im Jahr 2010 leistete die Stiftung einen Beitrag, um die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner in zwei Pflegeheimen der Evangelischen Stadtmission weiter zu verbessern: das Haus Siloah in Bad Krozingen bekam 2.000 Euro für einen Streichelzoo das Wichernhaus in Freiburg erhielt ebenfalls 2.000 Euro für die Verschönerung des Innenhofes.